Oder: wie ich meine Gelassenheit wiederfand.
26/10/2026

Oder: Wie ich meine Gelassenheit wiederfand.

Auf dem Weg nach Hause von einem Seminar gerate ich in einen Stau. Und es ist wie so üblich: zwei Spuren, die eine bewegt sich, die andere nicht. In welcher Spur stehe ich? Natürlich in der falschen. Wir sind noch in der Stadt auf einem Zubringer zur Autobahn. Ich kann schon das Schild für die Autobahn erkennen und einen weiteren Hinweis, der zu einem anderen Stadtteil führt. Und wie ich so in diesem Stau stehe, entstehen, je länger der Stau dauert, so verschiedene Gedanken in meinem Kopf, wie z. B.: ‚Ist das Rückstau von der Autobahn? Sollte ich vielleicht woanders langfahren? Wieso bewegt sich links etwas?‘

Da ich keine vernünftigen oder weiterbringenden Antworten auf meine internen Fragen finden kann, folge ich einfach weiterhin dem Stopp-and-Go zur Autobahn. Ungefähr 15 Minuten später kommt rechts eine Ausfahrt und diverse Autos fahren hier ab. Wir sind immer noch in der Stadt, in der ich mich leider nicht auskenne, da durchfährt mich ein vermeintlicher Geistesblitz: ‚Wenn die hier alle rausfahren, dann gibt es hier bestimmt eine Abkürzung.‘ Auch wenn ich keine gesicherten oder sonst irgendwelche Informationen zu dieser Ausfahrt habe und wir mittlerweile mehr stoppen als fahren, entscheide ich mich für den Sprung ins kalte Wasser und nehme die Ausfahrt. Was folgt ist ein Kreisel und ein paar unentschlossene Wendungen hier und da, noch ein Kreisel und siehe da, ich stehe wieder am Ende des Staus. !Perfekt!

Mein erster Instinkt ist, ins Lenkrad zu beißen und wild vor mich hin zu hupen, aber ich entscheide mich dafür, ein paar Mal tief durchzuatmen und ein bisschen über mich selbst zu lachen – Gelassenheit sei Dank. Leider muss der Schoko-Riegel in meiner Tasche dran glauben, aber sonst geht es mir gut. Natürlich steigen die üblichen Sprechblasen in meinem Kopf auf, mit den Inschriften wie: ‚Wieso musstest du auch da abfahren!‘ Das kann auch nur dir passieren!‘ und ‚Wie kann man nur so doof sein.‘

In dem Moment hätte ich wohl einfach in Selbstmitleid versinken und schlecht gelaunt nach Hause fahren können. Aber ich habe mich daran erinnert, dass ich die Vergangenheit nicht ändern kann und wohl oder übel mich noch mal 15 Minuten durch diesen Stau kämpfen muss. Die Frage ist, tue ich das mit guter oder mit schlechter Laune, und wenn ich es mit schlechter Laune tue, ändert das irgendetwas. Nein, außer dass ich schlecht gelaunt bin und die Zeit bis zur Auffahrt wahrscheinlich noch schleppend vergeht. Aber wie drehe ich die Situation?

Zuerst mache ich mir klar, dass ich an der Situation nichts ändern kann. Was ich aber ändern kann, ist, was ich aus der Situation mache. Und ich entscheide mich für ein paar gute Songs und lautes Mitsingen. Und ich rufe meinen Mann an und erzähle ihm von meinem Missgeschick, der dies mit einem herzhaften Lachen und den ironischen Worten: ‚Das ist dein Tag.‘ kommentiert. 15 Minuten später stelle ich fest, dass der Stau tatsächlich auf der linken Spur ist, und ich kann ganz entspannt auf die Autobahn fahren. Eine halbe Stunde später komme ich dann gut gelaunt zu Hause an.

Die Quintessenz: Manchmal sind voreilige Entscheidungen gar nicht gut. Und Geduld ist (m)eine absolute Stärke. Ich liebe es! Und wenn Ihnen auch Ihre Gelassenheit mal abhanden kommt, dann hoffe ich, dass Sie hier ein paar Anregungen finden konnten. Ich freue mich übrigens auch über Kommentare.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund, bleiben Sie neugierig und vor allem: bleiben Sie gelassen.

Ihre Diana Soti

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