Drei gute Dinge Oder: wie eine einfache Übung meinen Selbstwert stärkt
13/07/2026

Oder: Wie eine einfache Übung meinen Selbstwert stärkt

Mein Lieblingsthema ist das Selbstwertgefühl. Ich helfe Menschen dabei, ein positives Selbstwertgefühl zurückzugewinnen oder aufzubauen. Eine Übung hierfür ist die der „drei guten Dinge“. Sie beginnt damit, am Ende des Tages über angenehme Ereignisse nachzudenken. Im zweiten Schritt geht es darum, welche Rolle man selbst dabei gespielt hat, damit diese angenehmen Dinge geschehen sind. Und hier kommen meine „drei guten Dinge“.

Es ist Samstag. Seit drei Wochen nehme ich mir vor, endlich meine Steuererklärung zu erledigen. Und da eine Steuererklärung so viel Spaß macht, nutze ich gleich die erste Ablenkung, um mich davor zu drücken. Diese Ablenkung ist ein Newsletter von Charles Duhigg – *The Science of Better: Help Me Make the Right Choice*. Darin geht es darum, wie man gute Entscheidungen trifft – ein faszinierendes Thema. Unter anderem erfahre ich, dass es vier verschiedene Methoden gibt, die wir bei Entscheidungen anwenden:

Intuitiv – also unser Bauchgefühl; regelbasiert – gestützt auf unsere Erfahrungen; analytisch – das Abwägen verschiedener Optionen; und kreativ – eher improvisierend.

Am Ende stellt Charles Duhigg seinen Lesern die Frage: „Was war die beste Entscheidung, die du je getroffen hast?“ Für mich ist das die perfekte Frage, um mich noch weiter vor der Steuererklärung zu drücken. Tatsächlich gibt es eine Entscheidung, auf die ich bis heute stolz bin: Ich habe in meinen Dreißigern meinen Job gekündigt und bin für ein Jahr nach Vancouver gezogen. Die beste Entscheidung meines Lebens. Dennoch zögere ich einen Moment, ob ich das hier einfach so teilen soll. Ich vertraue auf mein Bauchgefühl, öffne den Kommentarbereich und fange einfach an zu tippen. Ich verlasse meine Komfortzone.

Nachdem eine weitere Stunde vergangen ist, wende ich mich mit einem schlechten Gewissen wieder meiner Steuererklärung zu. Ich arbeite die letzten verbleibenden Formulare ab, überprüfe alles noch einmal und schaffe es schließlich, die Erklärung nach drei Stunden einzureichen. Es lief besser als erwartet. Ein wenig erschöpft, aber glücklich öffne ich erneut meinen Posteingang. Eine E-Mail von einem unbekannten Absender fällt mir ins Auge. Jemand hat tatsächlich meinen Kommentar mit „Gefällt mir“ markiert. Ein kleines Glücksgefühl durchströmt mich. Dann folgt ein Kommentar, der mit den Worten beginnt: „Das ist inspirierend.“ Ein breites Grinsen breitet sich auf meinem Gesicht aus. Das hat mir den Tag versüßt.

Ich überlege kurz und sende eine Antwort. Es entspinnt sich ein kurzes Gespräch, geprägt von gegenseitiger Wertschätzung und Unterstützung. Ich hoffe, Sie konnten in dieser kleinen Geschichte mehr als nur drei gute Dinge entdecken.

Und was den zweiten Teil der Übung betrifft: Welchen Beitrag habe ich zu diesen drei schönen Dingen geleistet? Nun, ich habe eine Frage aus dem Bauch heraus beantwortet. Nicht, dass es ein Akt großen Mutes gewesen wäre – obwohl es das auf gewisse Weise wohl doch war. Ich habe Wertschätzung erfahren, neue Erkenntnisse gewonnen und frische Ideen erhalten. Ich habe mich geöffnet und ein Gespräch mit einer anderen Person geführt. Und obwohl wir uns fremd sind, hat mir diese kurze Begegnung große Freude bereitet.

Hier ist also eine Anregung für Sie: Was waren drei Dinge, die den heutigen Tag für Sie besonders gemacht haben? Und welche Ihrer Eigenschaften oder Fähigkeiten haben dazu beigetragen, dass diese drei schönen Dinge geschehen sind? Ich freue mich darauf, Ihre Geschichten zu lesen.

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund, bleiben Sie neugierig und vor allem: Bleiben Sie gelassen.

Ihre Diana Soti

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