
12/05/2026
Ein Kurzurlaub am See – das Hotel direkt am Wasser

Wir haben uns mal wieder einen Kurzurlaub in Holland gegönnt. Und ich habe es diesmal tatsächlich geschafft, nur ein Buch mitzunehmen. Wer mich kennt, weiß, dass das etwas Besonderes ist. Sonst befinden sich in meinem Rucksack mindestens zwei Bücher und im Koffer natürlich noch mal zwei 😊. Mein Mann rollt dann schon immer die Augen und fragt sich, wie ich in vier Tagen vier Bücher lesen will. Aber meine Mutter sagte immer: Alles, was du im Kopf hast, kann dir keiner nehmen. Für mich heißt das, dass ich so viel wie möglich lesen sollte. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich schweife ab.
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Ein Yacht-Club! Das hat mir gerade noch gefehlt
Eigentlich fahren wir gerne an die Küste. Ein Tag am Meer – einfach wunderbar. Aber man kann auch mal was anderes sehen. Vielleicht einen See? Ist ja auch Wasser. Ich haderte ein wenig mit dieser Idee. Und so war mein erster Gedanke, als wir am Urlaubsort angekommen waren, dann auch: ‚Wir wären besser an die Küste gefahren.‘ Das Hotel hatte einen eigenen kleinen Yacht-Club. Und ich bin so gar kein Yacht-Club-Mensch. All diese gestylten Menschen und ich mittendrin, in einem schwarzen langen Kleid, ohne Make-up, aber dafür mit einem messy Bun. Alles andere als Yacht-Club tauglich.

Der Blick aufs Wasser
Und auch wenn der erste Eindruck eher verhalten war, änderte sich dies sofort, mit dem Blick aus dem Zimmer, direkt auf den See. Traumhaft schön und vielleicht doch noch der Anfang von etwas Tollem. Und obwohl es eine Ewigkeit her war, konnte ich meinen Mann am nächsten Tag zu einer Fahrrad-Tour überreden. So bogen wir von der Hauptstraße auf den Fahrradweg Richtung See. Meine Schultern entspannten sich und mein Blick öffnete sich. Mit einem Lächeln stellte sich ein tiefes Wohlgefühl bei mir ein. Es fühlte sich fast wie früher an. Als das Fahrrad noch mein Hauptfortbewegungsmittel war. Das Treten in die Pedalen, die frische Luft und ein Gefühl von Freiheit.

Ein kleiner verwunschener Weg
Ach, es war herrlich. Der See mit seiner grünen Landschaft zog an uns vorbei. Wir lauschten den Vogelgesängen und überließen uns der Magie des Ortes. Und dann, direkt zwischen dem Wasser hindurch – so schien es zumindest – führte ein kleiner Weg. Nur von Schotter bedeckt und gesäumt von ein wenig Gras und Bäumen rechts und links, schlängelte er sich durch die Landschaft. Die Bäume, die mit ihren Ästen zum Teil bis ins Wasser reichten, machten den Ort fast mystisch. Hier und da gaben sie den Blick auf das Wasser frei. Eine weite, glatte, blaue Landschaft. Wir schlängelten uns durch die Kurven und mussten aufpassen, wenn uns ein anderer Radfahrer entgegenkam. Hoch konzentriert und den Lenker fest im Griff, tasten wir uns dann aneinander vorbei.

Mein neuer Lieblingsplatz
Und dann sah ich ihn. Ganz unscheinbar zu meiner rechten Seite streife ein kleiner Steg meinen Blick. Ich bremste abrupt, um die Stelle nicht zu verpassen. Wir stellten die Räder ab, zogen die Schuhe aus und setzten uns auf den Steg. Und auch wenn die Füße mit dem kalten Wasser zu kämpfen hatten, so war der Blick doch einfach umwerfend. Die Ruhe, die Weite – wundervoll. So wie ich mit dem Handy ein Bild speichere, habe ich dieses Bild für mich auch in meiner Vorstellung abgelegt. Und die ganze Woche, wann immer ich meine hochgezogenen Schultern spürte, erinnerte ich mich an dieses Bild. Ich schließe die Augen und komme für den Moment zur Ruhe.
Kennen Sie auch so einen Ort? Haben Sie auch ein Bild davon für sich gespeichert? Zeigen Sie mir Ihren Ort und erzählen Sie mir, wie Sie ihn gefunden haben. Ich freue mich auf Ihre Geschichte.
In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund, neugierig und vor allem gelassen.
Ihre Diana Soti
