
29/09/2026
Oder: Wie ich lernte langsamer zu laufen und was das mit mir machte
Mein Mann und ich sind mal wieder spazieren gegangen. Dabei habe ich die Angewohnheit, relativ schnell zu laufen. Ich bin immer eher darauf fokussiert, so schnell wie möglich von A nach B zu kommen. Selbst wenn wir an einem schönen Strand sind, habe ich eher das Ziel fest im Blick, als mich einfach mal treiben zu lassen. Und so ist es auch wieder an diesem Sonntag. Ich will gerade zügigen Schrittes vorangehen, da hält mich mein Mann am Arm fest und sagt: „Wir gehen spazieren, aber in meinem Tempo.“
Ich fühle mich ertappt. Meine Schultern fallen nach unten und ich atme hörbar laut aus. „Ok!!!“, sage ich etwas genervt. Schon bei den ersten Schritten merke ich, dass ich immer wieder schneller werde. Ich muss mich doch sehr oft bremsen und mich immer wieder ein paar Schritte zurückfallen lassen. Mein innerer Antreiber hat schwer zu kämpfen. Aber nach 10, 15 Minuten werde ich ruhiger.
Ich fange tatsächlich an, den Blick mehr zu heben und einfach mal die Landschaft zu betrachten. Mein Körper entspannt sich und mein Geist wird ruhiger. All die – was ich noch tun muss – Gedanken dürfen mal in den Hintergrund treten und Platz machen für die unglaublich schönen Eindrücke, die die Natur zu bieten hat. Ich nehme mir Zeit, die Dinge in Ruhe zu betrachten. Ich schaue mir die verschiedenen Blätter an den Bäumen an. Betrachte ihre Größe, Farbe und die unterschiedlichen Formen. Faszinierend.
Was ich damit sagen möchte? Vielleicht kennen Sie auch diesen inneren Antreiber? Das Gefühl, immer irgendwie etwas Produktives tun zu müssen? Dann kommt hier eine kleine Erinnerung daran, dass Sie Dinge auch mal langsamer angehen können. Einfach mal den Moment genießen, ohne immer nur von A nach B kommen zu wollen oder zu müssen.
In diesem Sinne: bleiben Sie gesund, bleiben Sie neugierig und vor allem: bleiben Sie gelassen.
Mit Liebe, Diana Soti
